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Winterzeit - Erkältungszeit

 

Schnee, Frost, Schmuddelwetter. Ständiger Wechsel zwischen beheizten Wohnungen und der nasskalten Außenwelt - unser Wetter stellt härteste Anforderungen an das Immunsystem. Hinzu kommen: Gedränge in der Straßenbahn, hustende Mitmenschen und triefende Nasen - die Ansteckung ist vorprogrammiert. Erkältungen mit lästigem Schnupfen und Husten sind die Folge.

Jeder, der eine Erkältung hat, kann sich damit trösten, dass es nicht nur ihn alleine ‹erwischtî: Jeder Erwachsene plagt sich im Schnitt zwei- bis viermal im Jahr damit herum, bei Kindern summieren sich verschiedenste Infekte auf bis zu 30 pro Jahr, darunter ist die Erkältung die häufigste. Auslöser sind zu 90 Prozent Erkältungsviren.

 

Auch eine "banale Erkältung" sollten Sie ernst nehmen!

Auf keinen Fall sollten Sie eine ‹banale Erkältungî verschleppen. Nehmen Sie die Erkältung ernst und kurieren Sie sie aus. Es nützt nichts und niemandem, wenn Sie mit "halber Kraft" laufen. Im Gegenteil. Sie stecken andere an und verschleppen Ihre Krankheit möglicherweise. Chronische und ernsthafte Erkrankungen können sich daraus entwickeln.

Die psychosomatische Medizin führt an. dass die Erkältung den Wunsch des Körpers. nach einer Ruhepause signalisiert, um sich zu erholen oder weil man sich für eine bestimmte Aufgabe oder Situation nicht erwärmen kann. Von welcher Warte auch immer Sie die Erkältung betrachten: Nutzen Sie die Körpersignale für eine Zeit der Ruhe und unterstützen Sie die natürlichen Abwehrkräfte mit naturgemäßen Mitteln.

Läuft die Nase mit wässrigem Sekret, niesen Sie häufig oder macht sich ein Kratzen im Hals bemerkbar, sind das die ersten Abwehrreaktionen Ihres Körpers auf Erkältungsviren, die zu 90 Prozent die Ursache einer Erkältung sind. In diesem Fall haben Sie gute Chancen diese Unpässlichkeit innerhalb von ein bis drei Tagen in den Griff zu bekommen.

Erste Maßnahme: Gönnen Sie sich Ruhe. Tun Sie beruflich und privat nur das Nötigste. Gehen Sie früh zu Bett und lesen Sie einen schönen Schmöker. Schul- und Kindergartenkinder sollten ruhig ein paar Tage zu Hause bleiben.

Was tun bei den ersten Anzeichen?

Die Abwehrzellen des Immunsystems richten sich darauf ein, auf Hochtouren zu arbeiten. Sie können Sie noch mehr in Schwung bringen, indem Sie ihnen ihren "Betriebsstoff" in ausreichender Menge nachliefern: Vitamin C aktiviert die so genannten Fresszellen, die die eindringenden Viren und Bakterien unschädlich machen. Empfehlenswert sind 500 Milligramm Vitamin C über den Tag verteilt, zum Beispiel in Form von vier bis fünf Zitronen, acht bis zehn Orangen oder eine entsprechende Menge an Vitamin-C-Brausetabletten. Auch Sanddomsaft enthält sehr viel Vitamin C.

Wenn Sie die Vitamin-C-Menge beim Abklingen der Erkältung wieder herunterschrauben wollen, sollten Sie über ein bis zwei Wochen auf circa 100 bis 200 Milligramm reduzieren und die Einnahme nicht schlagartig beenden.

Die Anzahl der Fresszellen erhöhen Sie, indem Sie das Immunsystem mit Präparaten aus Sonnenhut (Echinacea) unterstützen. Die Dosierung sollte doppelt so hoch sein wie die zur Vorbeugung empfohlene. Hier hat sich besonders die nachmittägliche Gabe als wirkungsvoll erwiesen. Kindern geben Sie entsprechend die Hälfte der Empfehlung für Erwachsene. Aber: Wenden Sie Echinacea nicht an, wenn sich bereits Fieber eingestellt hat! Sie überfordern sonst Ihr Immunsystem.

Um das körpereigene Abwehrsystem über die Darmflora zu aktivieren. können Sie Milchsäure-Konzentrate einsetzen. Empfohlen werden 20 bis 30 Tropfen alle zwei bis drei Stunden in etwas Saft, Wasser oder Tee.

Trinken Sie viel und heiß, etwa zwei bis drei Liter täglich. Vitamin-C-reiche Tees oder Säfte erfüllen dabei gleich einen doppelten Zweck. Dafür eignen sich Hagebuttentee, mit Vitamin C angereicherte Früchtetees sowie Zitronensaft oder Saft von schwarzen Johannisbeeren, die mit heißem Wasser aufgegossen werden.

Viel trinken, einheizen und ausschwemmen

Heizen Sie den Krankheitserregern ein und fördern Sie das Schwitzen. Besonders dann, wenn Sie wenig Fieber entwickeln, können Sie die Krankheitserreger dadurch abtöten, dass Sie die Körpertemperatur erhöhen. Trinken Sie reichlich Linden- und Holunderblütentee oder Holundersaft. deren Wirkung noch durch die bioaktiven Substanzen des Saftes einer halben Zitrone verstärkt wird.


Ein ansteigendes Fußbad, dem Sie zur Unterstützung ein Erkältungsbad zum Beispiel Thymian, Tannenblut, drei gehäufte Teelöffel Totes-Meer-Salz pro Liter Wasser oder Senfmehl zugeben können, regt auf reflektorischem Weg die Schleimhautdurchblutung an, lässt die Nase so richtig laufen und schwemmt die Viren regelrecht aus.

 


Und so geht es: Füllen Sie eine große, hohe Schüssel oder einen ausreichend großen Eimer bis gut zur Wadenmitte mit angenehm warmem Wasser – circa 35 Grad Celsius –, geben Sie eventuelle Zusätze hinzu. Erhöhen Sie nun langsam die Wassertemperatur auf maximal 45 Grad indem Sie nach und nach so viel heißes Wasser hinzugeben, wie Sie vertragen können. Das Fußbad sollte 15 bis 20 Minuten dauern. Anschließend trocknen Sie die Füße leicht ab, ziehen warme Wollsocken über und legen sich ins Bett. Für Personen mit eher schwachem Kreislauf sind moderat ansteigende Fußbäder – bis 40 Grad Celsius – oft das Mittel der Wahl.


Alle schweißtreibenden Maßnahmen sollten Sie nachmittags oder abends durchführen, dann sind sie am wirkungsvollsten!
Besonders das lästige Kratzen im Hals lässt sich wirkungsvoll mit Schleim- und Gerbstoffen bekämpfen. Lutschtabletten und Isländisch Moos, oder Huflattich-Frischpflanzensaft überziehen die Rachenschleimhaut mit einem Schutzfilm. der das Kratzen abmildert und zudem noch antibakteriell wirkt. Spitzwegerichsaft oder Tannenblut wirken ebenfalls bereits im Rachenbereich. Gurgeln Sie mit Salbei oder Blutwurz – als Tee oder Frischpflanzensaft mit warmem Wasser verdünnt: 1 Esslöffel auf 20 Milliliter – lassen den geschwollenen, entzündeten Hals abschwellen und man kann wieder besser schlucken. Gleichzeitig wirken die Inhaltsstoffe desinfizierend.


Gehen Sie auch bei ersten Anzeichen einer Erkältung noch so oft wie möglich an der frischen Luft spazieren, auch bei "schlechtem Wetter". Das macht die Atemwege frei und sorgt für eine gute Durchblutung. Das hilft bei Schnupfen


Nasenspülungen mit Meersalzlösung entziehen Bakterien die Lebensbasis. Und so geht's: 1/2 Teelöffel in 200 Milliliter 18 bis 20 Grad Celsius warmem Wasser auflösen. Etwas Wasser in die hohle Hand nehmen, bei geschlossenem Mund einzeln in jedes Nasenloch aufsaugen und mit offenem Mund wieder abgeben. Beim Aufsaugen sollte das Wasser nicht in den Rachen gelangen. Nach vier- bis fünfmaliger Wiederholung tief über dem Waschbecken mit geöffnetem Mund die Nasenlöcher einzeln vorsichtig ausschnauben.


Eine Alternative, wenn auch etwas weniger wirkungsvoll, sind salzhaltige Nasensprays. Herkömmliche Nasensprays, die sofortige Linderung versprechen, sollten Sie nicht auf Dauer verwenden. Besser sind Nasensalben, möglichst mit Vitamin C, die durch ihren kühlenden Effekt freies Durchatmen ermöglichen und die Abwehr vor Ort stärken.
Für Säuglinge bestens geeignet ist Muttermilch zur Nasenpflege: Sie lässt die Schleimhaut abschwellen, desinfiziert, ist steril und der Geschmack ist dem Baby vertraut. Sie wird mittels einer Pipette (Apotheke) in die Nasenlöcher geträufelt.


Bei festsitzendem Schnupfen und Nasennebenhöhlen-Erkrankungen ist unterstützend eine Auflage aus heißem gekochtem Leinsamenschrot wirksam – 300 Gramm Leinsamen mit 600 Milliliter Wasser aufkochen. Die Masse wird auf insgesamt acht vorbereitete mehrschichtige Mullbinden (Kompressen) gestrichen, diese jeweils in Taschentücher eingeschlagen und einzeln rechts und links der Nase und/oder auf die Stirn aufgelegt. Die übrigen werden zwischen zwei Wärmflaschen zum Auswechseln bereitgehalten, wenn die Auflagen abgekühlt sind. Halten Sie sich während der Anwendung und danach unbedingt warm.

Das hilft bei Husten

Husten ist eine natürliche Abwehrreaktion, die dazu dient, den durch die Entzündung entstandenen Schleim nach außen zu befördern. Damit das Husten erfolgreich ist, kann man eine gute Hustentechnik anwenden: Atmen Sie langsam aus. und husten Sie nur mit dem Rest der Atemluft ab. Hilfreich ist außerdem, sich bereits beim langsamen Ausatmen die Hand vor den Mund zu halten. Um den Schleim unterstützend zu lösen, bringen Sie Ihren Brustkorb mehrmals am Tag in Schwingung, indem Sie mit tiefer Stimme jeweils eine Minute lang brummen. Sowohl für den festsitzenden als auch den Auswurf hervorbringenden Husten sind Arzneipflanzenkombinationen wie Tannenblut oder Alpenkraut bewährte und praktische Arzneimittel. Sie sind auch für Kinder schmackhaft und gut geeignet. Auch Tees und Frischpflanzensäfte bringen schnell Linderung und zusätzliche Flüssigkeit.
Tees und Pflanzensäfte ergänzen sich gut: Geben Sie in einen frisch aufgebrühten Thymiantee – ein Teelöffel auf eine Tasse –, den Sie mit einigen angestoßenen Fenchelsamen verfeinern können, einen Esslöffel Huflattich-Frischpflanzensaft und schmecken Sie den Tee mit etwas Honig ab. Wenn Sie den Honig erst zu dem trinkwarmen Tee geben, erhalten Sie übrigens seine antibakteriellen Eigenschaften. Gut geeignet sind Fenchelhonig oder Linde-Akazie.
Gut bewährt haben sich auch Wickel und Auflagen. Leinentuch in warmem Wasser mit einem Schuss Apfelessig durchfeuchten, gut auswringen. Tuch auf die Brust auflegen, ein Baumwoll- oder Leinentuch darüber decken, den Patient mit einem Wolltuch oder einer Wolldecke einpacken und gut zugedeckt ruhen lassen. Der Wickel kann zehn bis dreißig Minuten liegen bleiben und noch ein- bis zweimal wiederholt werden.
Nachts bringt auch ein Duftstein mit einigen Tropfen Teebaum- und Lavendelöl Linderung und Schlaf, auch für Säuglinge. Für Kinder ab drei Jahren können Sie auch in der Apotheke erhältliche ätherische Tropfen verwenden. Legen Sie den Stein in etwa ein bis zwei Meter Entfernung vom Bett entfernt hin, der Duft ist dann nicht zu intensiv.

Quelle: Gesunde Medizin 11/2004 http://www.gesundemedizin.de

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© Dr. med. Norbert Wagner, D-96049 Bamberg 2005